Auszug aus dem Brief des Kaplans
Keßen vom 9. Oktober 1931 an
den Bürgermeister: "Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
seit diesem
Sommer hat unser Turnverein Jahn Beelen sich durch eine
Sportabteilung auf eine breitere Grundlage gestellt. Besagte
Abteilung betreibt Fußball, und ist wie der Verein
als solcher dem
Verbande der Deutschen Jugendkraft D.J.K., Sitz Düsseldorf,
angeschlossen. Als Sportplatz wurde bisher mit Zustimmung
des
Besitzers, Herrn Landwirt Reinke Brand, Bauerschaft Thier,
eine
beim Hofe gelegene Weide benutzt. Da eine Nutznießung
seitens
unserer D.J.K. aber jederzeit durch den Besitzer ausgehoben
werden kann uns ein solcher Hemmschuh die Entwicklung
aufzuhalten oder den Bestand der ganzen Abteilung zu gefährden
bzw. zu zerschlagen geeignet ist, stehen wir vor der Aufgabe
einen
Eigenplatz zu erwerben.
Nach meinen Erkundigungen dürfte Herr Landwirt Reinke
Brand
geneigt sein, uns für oben genannten Zweck ein geeignetes
Gelände zu überlassen. Das Gelände, das
für unsere Zwecke in
Frage kommt, ist ca. 4 Morgen groß, der Pachtpreis
soll pro Morgen
30,- betragen. Sie Herrn Bürgermeister und die verehrliche
Gemeindevertretung möchte ich nun bitten, die Pachtsumme
für
unseren Sportplatz übernehmen zu wollen."
In einem weiteren Schreiben vom 23. Juli 1932 berichtete
Kaplan
Keßen dem Landrat: "Die Abteilung Deutsche
Jugendkraft
Blau-Weiß Beelen hat sich seit einem Jahre weiterentwickelt,
so
daß sich vor allem auch das diesjährige Ringtreffen
[...] sich hier in
Beelen sehr schön abwickeln konnte. Neben der Stammannschaft
haben wir heute auch eine erste Jugend- und eine
Schülermannschaft. Das Turnen wird im Spätherbst,
Winter und
Frühjahr betrieben."
Quelle:
Wilfried Lübbe/Theodor Pottmeyer, Beelen
in Bildern und
Berichten, Band 5
Beelen in der Weimarer Republik und im Dritten
Reich,
Heimatverein Beelen (Hrsg.), Warendorf 1993