Geschichte des SV Blau- Weiß Beelen

Der Verein wurde nach den Erinnerungen unserer älteren Sportkameraden im Jahre 1924 als Turnverein ins Leben gerufen und hatte kurz nach der Gründung rund 40  - 50 aktive Mitglieder. In den ersten Jahren gehörte der Beelener Turnverein der "Deutschen Turnerschaft" an.

Im Jahre 1928 trat der Verein der DJK (Deutsche Jugendkraft) bei. Seit 1930 wurde hauptsächlich Fußball gespielt. Lediglich in den Spielpausen betrieb man zur Vorbereitung auf die jährlichen Reichsjugendwettkämpfe auch Leichtathletik.

Das Turnen trat immer mehr in den Hintergrund. Den Bemühungen Kaplans Kessens ist es in erster Linie zu verdanken, dass der Bauer Reinke-Brand eine große Wiese für einen Sportplatz zur Verfügung stellte (vorher war in den Wiesen am Axtbach an der Greffener Straße gespielt worden). Im Jahre 1932 fand in Beelen das Kreissportfest der DJK statt.

Herr Amtsbürgermeister Dr. Lechtape nahm dabei die Siegerehrung vor. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP im Jahre 1933 wurden die Schwierigkeiten für die DJK bald so groß, dass an einen geregelten Spielbetrieb kaum noch zu denken war. Im Jahre 1934 wurde der DJK-Verein aufgelöst.

Eine der ersten Fußballmannschaften in Beelen. von links: Bernhard Bonkamp, Franz Pohlmann, Heinz Gerwin, Karl Joester, Theo Herbort, Heinrich Westphal, Heinrich Freßmann, Heinrich Kohlstedte, Vennemeier, Heinrich Aulenkamp, unbekannt

Es folgte die Gründung des Sportvereins "Blau-Weiß Beelen", der dem Westdeutschen Spielverband angeschlossen wurde. In der Folgezeit stellten sich bald Schwierigkeiten ein, die einen geregelten Spielbetrieb der Seniorenmannschaften nach und nach fast unmöglich werden ließen.

Ein Großteil der für die Seniorenmannschaften in Betracht kommenden Altersstufe war zur Wehrmacht oder zum Arbeitsdienst eingezogen. So konzentrierte sich dann der Verein hauptsächlich auf die Jugendarbeit. Mit Kriegsausbruch mußte dann wie allerorts, so auch in Beelen, der Sportverein endgültig seine Tätigkeit einstellen.

In erstaunlich kurzer Zeit fanden sich nach dem Zusammenbruch bereits im Jahr 1945 dank der Initiative unseres Sportkameraden Willi Bonkamp ehemalige Aktive und neue Interessenten, um den Verein wieder aufleben zu lassen. Am 30. Mai 1946 wurde eine Versammlung einberufen, die den Zweck verfolgte, dem jungen Sportverein eine neue Grundlage zu geben.

So sollten Mitglieder gewonnen werden, die selbst nicht aktiv am Spielbetrieb teilnahmen. Auf diese Weise sollte der nötige Rückhalt in finanzieller Hinsicht geschaffen werden. Folgende Beiträge wurden festgelegt: Jugendliche 0,35 RM monatlich, Senioren 0,50 RM monatlich und passive Mitglieder 5,00 RM jährlich.

In der Halbjahresversammlung am 18. Juli 1950 wurde Frl. Bernhold als Leiterin für die Frauenturnabteilung gewählt. Ihrem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die Damenabteilung des Vereins zu neuem Leben erwachte.

Am 26. August 1951 fanden anläßlich des 25-jährigen Jubiläums die Feierlichkeiten statt. Aus diesem Anlaß wurden Fahnen, Urkunden, Pokale und sonstige Trophäen im Schaufenster des Uhrmachermeisters Renne ausgestellt. Der Ablauf des Festtages erfolgte wie auch in den vorhergegangenen Jahren: Gemeinschaftsmesse, Wettkämpfe, Platzkonzert, Festzug, Ehrung der Gefallenen und abends im Saal Schumacher der gemütliche Abschluß.

Kreismeister der Schüler 1962 von links: Trainer Manfred Decher, Werner Brinkmann, Herbert Feuersträter, Werner Hartmann, Heinz Beermann, Werner Kottenstedte, Gerd Kluge, Benno Steiling, Theo Aulenkamp, Otto Westphal, Reinhard Vögeler und Hubert Neukötter

Im Jahr 1961 wurde die Einrichtung von Wasch- und Umkleideräumen in Angriff genommen. Ein Vertrag über die kostenlose Überlassung des Lagers der Gaststätte Pötter zwischen dem Sportverein und dem Inhaber wurde geschlossen. So schuf man in Eigenleistung einen Dusch- und Brauseraum sowie 3 Räume zum Umkleiden für die Spieler  und den Schiedsrichter. Der Gemeinderat zeigte sich ebenfalls von seiner besten Seite und gewährte eine einmalige Beihilfe von 1.200 DM. Der lange notwendige Umbau des alten Sportplatzes fand im Jahr 1966 statt. Während dieser Zeit wurden die Fußballspiele auf einer Wiese im Axtbachtal, der jetztigen Siedlung ausgetragen.

Nach Fertigstellung der Turnhalle an der Grundschule im Jahre 1967 wurde von Wilfried Lübbe im darauffolgenden Jahr eine Abteilung ins Leben gerufen, in der 2 Gruppen u.a. Leichtathletik, Gymnastik, Geräteturnen, Basketball und vornehmlich Volleyball ausgeübt wurden.

Den Aktivitäten von Ilse Renne aus Westkirchen ist es zuzuschreiben, dass 1969/70 eine Mädchengymnastik-Abteilung gegründet wurde.

Im Fußballbereich wurden Zeichen gesetzt: Ab 1972 nahm als erste Damenmannschaft im Altkreis Warendorf der SV Blau-Weiß Beelen am Spielbetrieb teil.

Seit 1972 besteht die Volleyballabteilung, gegründet durch Werner Brieskorn. Da im Kreis Warendorf kein regulärer Spielbetrieb stattfand, mußte in der Kreisklasse Münster gespielt werden. Die Gründung eines Tennisvereins folgte im Januar 1973. Der Übungs und Spielbetrieb fand auf dem neu erstellten Hartplatz statt. Im gleichen Jahr wurde mit dem Bau des Neumühlenstadions begonnen. Der Platz war passend zum Aufstieg der 1. Fußballmannschaft in die Bezirksklasse im Jahre 1974 fertiggestellt.

Das Sportlerheim wurde im Jahre 1980 in Angriff genommen. Dank vieler Eigenleistungen konnte die Einweihungsfeier bereits im April 1981 stattfinden. Eine weitere Sportart kam im April 1989 mit der Gründung einer Tanzsportabteilung hinzu. Im Jahr 1991 trat die seit 1979 schon aktive Laufgruppe in die Leichtathletikabteilung des Sportvereins ein. Die neue Tennisanlage mit Clubhaus wird im Jahr 1993 fertiggestellt. Mit der Erstellung der Axtbachhalle fanden sich schnell Interessierte, die Sportarten ausüben wollten, wofür bisher keine Trainingszeiten angeboten werden konnten. So gründete sich im Jahre 1994 die Badminton- und die Karateabteilung. In eigener Regie und nur in Eigenleistung wurde die Tribüne am Neumühlenstadion rechtzeitig zum Winter 1996 fertiggestellt. Im Jahr darauf begannen die Arbeiten am 3. Sportplatz, der aber erst ab Mitte 1999 bespielt werden konnte.

Die Parkplätze am Neumühlenstadion wurden von der Gemeinde Beelen im Jahre 2001 in Auftrag gegeben. Ebenfalls in diesem Jahr wurde als bisher letzte Abteilung innerhalb der Leichtathletik die Mehrkampfgruppe gegründet. Die Altherren der Fußballabteilung renovieren in unermüdlichem Einsatz den Beilbachplatz. Anfang 2002 zum 75. jährigen Jubiläum wurde an der Tribüne des Neumühlenstadions die Beschriftung angebracht.